• Also gut, dann eben Medienkritik. Heute: FAZ

    Heute mal ein ganz, ganz entspanntes Beispiel für "Investigationsjournalismus in der gesellschaftlichen Sackgasse" (keine überflüssigen Kapitälchen, keine Ausrufezeichen, nichts dergleichen): Die FAZ interessiert sich im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Fahndung der Kölner Polizei nach einem Baumarkteinkäufer, was dieser Baumarkteinkäufer wohl mit seinen Einkäufen bauen wollte. Ist ja OK, wenn das jemanden interessiert, aber: gehört eine solche Schnüffelei in Privatsphäre nicht eher nicht in die FAZ? Liebe FAZ??!! (OK, so ganz ohne Ausrufezeichen ging's nicht)

  • Das Flughöhenparadoxon

    Es gibt aus der Perspektive eines IT Dienstleisters wie Six eine Reihe von Herausforderungen, die sich im Kontakt mit Kunden oder Interessenten stellen. Eines der Themen, die uns in den letzten Monaten besonders häufgig beschäftigt, ist das Flughöhenparadoxon.

     

    Ein Interessent kommt mit einem überschaubaren, nachvollziehbaren Thema aus dem Umfeld der IT auf uns zu. Wir erörtern das Thema, der Kunde sieht eine Lösung und schöpft Vertrauen. Im Laufe des Gespräches, manchmal auch mit großem zeitlichen Versatz spricht der Kunde ein zweites Thema an, das mit dem ersten irgendwie in Zusammenhang steht. Auch dieses wird erörtert, wir als Dienstleister bekommen ein immer deutlicheres Bild dessen, was im Kundenunternehmen passiert, fehlt oder gebraucht wird und machen einen Lösungsvorschlag. Also kommt das nächste Thema dazu, etwas abseits zwar von den beiden ersten. Aber die Verbindung zum Rest, die Dringlichkeit und zu guter Letzt ein Lösungsansatz werden deutlich.

     

    Dieses Spiel wiederholt sich noch eine Reihe von Malen bis irgendwann der Kunde und wir als Dienstleister aus großer Höhe einen Blick auf die (IT-) Landschaft unter uns, die Zusammenhänge, die fehlenden Verbindungen, die Topolgie der Entscheidungsprozesse und die Entropie der Geschäftsmodelle werfen können.

     

    Spätestens ab diesem Stadium befällt viele unserer Gesprächspartner: Angst. Angst vor dem, was vor Ihnen liegt. Vor den vermeintlichen oder tatsächlichen Herausforderungen. Vor den noch unbekannten Lösungen und letztlich vor der schieren Menge an Themen, die sich offenbar zeigen.

     

    Und die Konsequenz aus dieser Angst aufgrund zunehmender Flughöhe ist eine gewisse Starre. Nicht wirklich eine Schockstarre. Eher eine allmählich in die wohlig gefühlte Heimeligkeit eindringende Kälte, im schlimmsten Fall: Resignation.

     

    Statt die Flughöhe für einen Überblick zu nutzen, zur Landung anzusetzen und sich dann ans Werk zu machen, führt die Starre des Flughöhenparadoxons vermehrt zu Abstürzen. Ganze Geschäftsprozesse, die über Jahre in wesentlichen Teilen funktioniert haben, jetzt in wenigen Teilen nicht mehr funktioniern, werden  Audits und Assessments unterzogen und oft in Gänze über den Haufen geworfen

    Was wir uns als Dienstelister und damit Begleiter des Kunden wünschen: sukzessive die Themen angehen, die wirklich "Not tun". Don't change a running System. Bitte nur das tun, was wirklich notwendig ist. Und das beherzt! Und nacheinander!

    Oder nicht mehr so hoch fliegen........

  • Buchverlage im Dilemma

    Buchverlage sehen sich heute im Umbruch. Stimmt! Zum Teil. Die Situation hält zwar nun schon seit fast zwei Jahrzehnten an, trotzdem fällt es ihnen immer noch schwer, mit "den neuen" Herausforderungen umzugehen.

    Dilemma #1

    Da ist zum einen die Neuorganisation der Absatzkanäle: Der klassische, stationäre Buchhandel bekommt Konkurrenz vom Versandhandel, allen voran von Amazon. Nur: Warum Konkurrenz? Jeder Produkthersteller wäre froh, wenn es einen ergänzenden Absatzkanal gäbe, der Produkte, die vor 20 Jahren neu waren, heutzutage immer noch anbieten würde. Stattdessen Rufe wie "Zeter und Mordio", ein Könnte-sein-Monopolist schreibt einer Branche die Rabattstaffeln vor. Sorry, aber: Kein Mitleid.

    Während die Hersteller von Schokoriegeln oder Hygieneprodukten, deren Produkte deutlich schneller altern als Bücher, gewohnt sind, mit den großen Absatzketten die Rabattvolumina zu verhandeln, denkt die Buchbranche, einen Feind gefunden zu haben, der am vermeintlichen Niedergang der Kultur die größte Verantwortung trägt. Die Verlage sind eben mal so in der globalen Handelsrealität angekommen. Kein Grund zur Sorge. Zumindest, solange der Wille für eine Lernkurve existiert. Aber das kriegt ihr hin, liebe Verlage.

    Dilemma #2

    Das zweite Thema ist die Erweiterung der Herstellungsprozesse. Bücher werden heute nicht nur gedruckt, sie werden auch in unterschiedlichen digitalen Formaten ausgeliefert. Das ist natürlich anstrengender, als nur den Herstellungsprozess für ein gedrucktes Produkt zu betreiben, den man noch dazu seit mehreren hundert Jahren kennt. Das dringendere Problem ist, dass die Aufregung darüber entweder zu einer Lähmung oder zu überbordendem Aktionismus führt. Beides keine guten Voraussetzungen, die Produktionsprozesse Schritt für Schritt an die Erfordernisse des Marktes und die eigene Kostenstruktur anzupassen. Also: keep cool, auch das kriegt ihr hin, liebe Buchverlage. Nur nicht eben alles auf einmal wollen, aber mutig einen Schritt nach dem anderen gehen.

    Dilemma #3

    Und was die meisten leider gar nicht tun, ist mit Selbstbewusstsein der Welt zu sagen, worin die Daseinsberechtigung der Verlage letztlich besteht. Ihr schafft Kultur! Ihr erfindet neue Kulturgattungen. Ihr sorgt für eine Auswahl und Verbreitung von Denken, Einsichten, Visionen, Fantasien und Poesie, die ohne euch nicht entsteht. Ob das Taschenbuch, das Kurzessay über französischen Poststrukturalismus, den Groschenroman oder den Historienschinken, ihr sorgt für immer neue Genres und stattet es mit Inhalten aus. Ihr schafft Lesevergnügen und Grundlagen für gesellschaftlichen, politischen und künstlerischen Diskurs, Einsichten oder Entwicklungen. Das thematisieren heute nur noch die Feuilletons, ihr selbst aber nicht mehr wahrnehmbar. Ändert das bitte!

    Ein Leben ohne Produkte aus Verlagen ist nicht lebenswert, es entbehrt der Qualität. Ihr habt eine Daseinsberechtigung und eine riesige Fangemeinde. Also hört auf zu jammern, geht eure Herausforderungen an, macht, was ihr wirklich gut könnt und redet darüber!

  • Warten auf das Warten

    Es sind harte Zeiten. Neben allerlei Unbill für uns Menschen, lauern überall auch Gefahren für unsere Server. Fragen Sie einfach mal Ihre IT-Abteilung oder Ihren Hoster danach, wann die letzten Sicherheitsupdates eingespielt wurden. Einige Linux-Distributionen geben beim Login bereitwillig darüber Auskunft. Gerade Server, deren Dienste über das Internet erreichbar sind, sind häufig Ziel zahlloser Angriffe. Eine Übersicht über Häufigkeit und Art der Angriffe liefert zum Beispiel der Sicherheitstacho.

    Besser, als auf das Einspielen zum Teil wichtiger Patches zu warten, ist, den Admin darauf anzusprechen.
    Es sind Ihre Daten.

  • Der Kissblog

    Der Name dieses Blogs geht zurück auf den initialen Autor: Ralph Kissner. Dies, um allen Missverständnissen vorzubeugen. Ziel des Blogs ist es, einen Raum rund um Six mit "bewegenden Themen" zu schaffen und darüber in loser Folge zu schreiben. Idealerweise entsteht dadurch ein Eindruck, was uns bei Six umtreibt, wie wir die Welt um unsere Kundschaft und unsere Produkte sehen. Optimal hieße: die Leserschaft beteiligt sich intensiv und gerne durch Kommentierung und Auseinandersetzung.

    Blogs sind heute ein beliebtes Instrument, um zur Agitation aufzufordern, Meinungen kund zu tun oder sich einfach Dinge von der Seele zu schreiben. In handelsüblichen Publikationen heißt das Zeitläufte, Sudelblätter, manchmal Kommentar oder sowas wie "Am Rande der/des ..."

    Der Autor (und in Zukunft potentiell weitere Schreiber) geht davon aus, dass das hier Geäußerte nicht von Jedermann geteilt wird und bittet daher schon mal a posteriori um Vergebung, Nachsicht und Barmherzigkeit im Umgang mit dem Vorgefundenen.